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Für den Skipper – der Erfolgsfaktor # 1!


Die Rolle

Der Skipper an Bord einer Yacht, auch einer Charteryacht, hat mehrere wichtige Funktionen zu erfüllen:
  • Die des Reiseleiters,
  • Die des Teamleiters,
  • und vor allem die des Sicherheitsverantwortlichen.
 Setzen Sie sich mit diesen Rollen auseinander – dann sind Sie nicht überrascht. Und das reduziert den Stressfaktor an Bord.

Als Reiseleiter

Ob Sie es wollen oder nicht – da Sie als Skipper die Tagesetappen bestimmen, werden Sie auch die Reiseziele bestimmen. Denken Sie daher auch mal an das Abendprogramm und an Crew-Laune. Wollen die Anderen mal ein kürzeren, ruhigeren Tag? Wollen alle mal den Party-Abend an Land? Dann müssen Sie auch den Tagestörn in eine grössere Ortschaft planen. Denken Sie daran – für die Crew soll der Törn auch Urlaub sein, also sollte jeder auf Seine Rechnung kommen.

Als Teamleiter

Als Skipper sind Sie dafür verantwortlich, dass die komplexe Maschine sicher und performant funktioniert. Und dazu brauchen Sie die Crew. Aber – die Crew besteht nicht aus angestellten Schergen, sondern aus Individuen die, wie Sie auch, eigentlich Urlaub machen wollen – und von Urlaub hat jeder ein eigenes Verständnis. Sie müssen diese verschiedenen Verständnisse unter ein Hut bringen. Das kann im schlimmsten Fall eine richtige Psycho-Herausforderung werden.

Dieses ist kein Teammanagement-Handbuch – aber wenige Grundregeln machen es entspannter. Verteilen Sie klare Verantwortungen, jeder sollte einen Beitrag leisten können und diesen Eigenverantwortlich ausführen können. Gehen Sie es beim ersten Charter-törn entspannt an, keine Extreme – da bauen sich weniger Spannungen auf. Versuchen Sie’s beim ersten Mal mit einer Woche statt mit 2 – Ich kann sehr viele verschiedene Leute für eine Woche ertragen, zumals man gemeinsame Erfolgserlebnisse hat. Aber zwei Wochen?

Die andere Herausforderung ist es, auch unerfahrenen Mitseglern die notwendigen Handgriffe beizubringen. Ist ja nicht jeder ein so guter Segler wie Sie, also gehen Sie’s auch hier entspannt an.

Aus eigener Erfahrung kann ich hier nur betonen, wie wichtig es ist, Manöver vor der Durchführung mit der Crew zu besprechen, und jedem Mitglied klar zu erklären wass von Ihm / Ihr erforderlich ist. Das wird sich mit der Zeit einspielen. Aber eine Konsequenz hat das: Sie müssen eine klare Vorstellung vom Manöver haben, vor allem bei Hafenmanövern mit grösseren Yachten. Das musste ich auch erst lernen. Anleger bei Seitenwind mit einer 10 Tonnen schweren Yacht sind erheblich entspannter wenn alle Crew-Mitglieder von sich aus die richtigen Handgriffe machen.

Als Sicherheitsverantwortlicher

Sie tragen eine bedeutende Verantwortung: Sie, als Skipper, tragen die Verantwortung. Es verlassen sich Andere auf Ihr Urteil und Ihre Einschätzungen. Seien Sie sich Ihrer Rolle als Skipper bewusst. Ihre Crew verlässt sich in Bezug auf ihre Sicherheit auf Sie! Gehen Sie also im Zweifelsfall weniger Risiko ein als Sie es alleine tun würden. Auch werden Sie feststellen, dass ihre Crew von Ihnen Entscheidungen erwartet. Ihre Crew will keinen unentschlossenen oder ratlosen Skipper.

Der Skipper hat 2 wesentliche Aufgaben: er/sie ist für die Törnplanung verantwortlich, und er/sie ist für die sichere Schiffsführung verantwortlich. Weitere Hinweise:
  • Sie sollten der Crew mindestens täglich, vor auslaufen, auf einer Seekarte den aktuellen Standort und die geplante Route zeigen, dabei evtl. auf Ausweichhäfen hinweisen.
  • Wenn Sie etwas vorhaben, sagen Sie es Ihren Mitseglern! Nur dann können diese auch zielführend handeln.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Crew-Mitglieder die elementarsten Sicherheitsregeln kennen. Die lassen sich in 2 Gruppen gliedern – Verhaltensregeln im Notfall und Verhaltensregeln um Unfälle an Bord zu verhindern. Verhaltensregeln im Notfall dürften Ihnen ja bekannt sein – brauch ich nicht zu wiederholen. Eine aber ist für Sie als Skipper besonders wichtig – treffen Sie Entscheidungen. Ihre Crew erwartet es von Ihnen. Aber treffen Sie die Entscheidungen nicht alleine – alle müssen die Entscheidungen mittragen.
Aber was die Unfall verhütung angeht, möchte ich Ihnen doch ein Paar Ratschläge mitgeben:

Es gelten allgemeine Empfehlungen:
  • Keine Ringe, Uhren, Armbänder/Armreifen an Deck (Gefahr dass man an Winschen, Deckbeschlägen oder Schoten hängen bleibt, und die sind immer stärker als der eigene Körper),
  • Nur mit Schuhe an Deck (Zehen brechen schneller als Winschen oder Relings),.
  • Winschkurbeln NIE in den Winschen stecken lassen (fallen raus, kosten rund 75 Euro das Stück, und vor allem: Stolperfallen und MAN KANN BEI NOTMANÖVERN NICHT SCNELL GENUG DIE SCHOTEN FREIGEBEN).
  • Manöver verstehen und den Ablauf erklären können.
Aber ein Chartertörn birgt auch ein paar weitere, besondere Sicherheitsrisiken. Eine Chartercrew ist selten so eingespielt wie eine eigene, heimische Vereinscrew. Oft sind mehrere Mitglieder überhaupt noch nicht Segelerfahren. Dem Skipper obliegen daher Zusatzaufgaben. Jedes Manöver, vor allem die Hafenmanöver, müssen der Crew vorher erläutert werden mit expliziter Aufgabenzuteilung.

Ein Notskipper muss benannt werden.Der Notskipper wird dann wichtig, wenn der Skipper selber entweder nicht mehr da ist oder aber nicht mehr in der Lage ist, das Schiff zu führen.
  • Die wesentlichste Aufgabe des Notskippers ist es, das Schiff mit Besatzung - wie auch immer - in den nächsten Hafen zu bringen. Und sei es nur, um in der Hafeneinfahrt zu ankern: Crew sicher, Aufgabe erfüllt.  
  • Die zweite wesentliche Aufgabe des Notskippers ist die Durchführung des Mann-über-Bord Manövers falls der Skipper über Bord gegangen ist. Auch hier gilt: Hauptsache Skipper lebendig ohne Verletzungen geborgen, egal wie.
Lassen Sie die Crew den Notskipper aussuchen, denn die muss im Notfall diese Person rückhaltlos als Autoritätsperson anerkennen. Typische Kriterien sind: Segelerfahrung, Alter, Reichtum, Intelligenz.

Vor dem ersten Ablegen sollte jedem Crewmitglied - und ja, damit sind auch Sie gemeint - eine eigene Rettungsweste zugeordnet werden, die der-/diejenige in der eigenen Kabine zu verwahren hat. Selbiges gilt für Lifebelts. Noch im Starthafen sollte jeder - ja auch Sie - die Rettungsweste mindestens einmal selber angelegt haben, damit man das auch im Notfall reproduzieren kann. Wer häufig chartert, oder sowieso ein eigenes Schiff hat, mag sich überlegen ob eine Automatikweste angeschafft wird. Dieses ist WESENTLICH angenehmer zu tragen und wirkt vermutlich besser als die einfachsten Feststoffwesten, die normalerweise auf Charteryachten mitgeführt werden. Manche Airlines wollen vor Reiseantritt von der Mitführung der CO2 Patrone unterrichtet werden, anderen ist es egal. Rufen Sie einfach bei der Airline an.

Jedes Crewmitglied muss wissen, wo die Rettungsinsel und die Signalfeuer sind. Am besten bestimmen Sie einen Sicherheitsbeauftragten, der sich mit den Details auseinandersetzt, und nebenbei die Seeventile überprüft.

Und – Sie sollten mindestens eine weitere Person in die Grundfunktion des Funkgerätes einweisen damit sichergestellt ist, dass mindestens eine weitere Person an Bord im Notfall Hilfe rufen kann.
Vorwort

Einführung und Allgemeines

Die Planung

Die Durchführung

Für den Skipper

Für den Mitsegler