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Dieser Teil ist
überwiegend als gut-gemeinte Checkliste gehalten. Sehen Sie’s als eine Sammlung
von Anregungen, nicht als Verpflichtung!
Vor
Abfahrt:
Mit dem Flottenbetreiber (nicht dem
Chartervermittler) abstimmen:
- die Höhe der zu hinterlegenden Kaution feststellen
(in Abhängigkeit einer möglichen Kautionsversicherung).
- Gibt es die Möglichkeit einer Kartenzahlung (Kredit
oder EC) im Ausgangshafen für die Kautionshinterlegung und etwaiger
Zusatzkosten? (Endreinigung, Dinghi- und Außenbordermiete, Spinnaker,
Proviant). Dieses verhindert böse Überraschungen vor Ort weil man nicht genug
Bargeld dabei hat.
- Kann ich bei Flottenbetreiber vor Ort eine
Kautionsversicherungabschließen? Kann ich diese auch mit Kredit- oder
EC-Karte bezahlen?
- Kann ich nach Törnende (typischerweise ein
Freitag) noch eine Nacht an Bord
übernachten?
- Sind Bettzeug und Handtücher bereits an Bord? Muss
dieses extra bestellt werden, kostet das Aufpreis?
- Gibt es in Fußnähe von der Marina einen Supermarkt?
Wenn nicht, brauchen Sie einen Mietwagen oder einen Supermarkt der an Bord
liefert.
- Wie werden die anfallenden Kosten auf die
Crew-Mitglieder verteilt? Falls alle beitragen sollen, empfiehlt sich die
Einrichtung einer Bordkasse. Dann vorher allen mitteilen wieviel Bargeld jeder
dabei haben soll.
Sonstige
Fragen:
- Benötigte Unterlagen abklären: manche Revier, z.B.
Kroatien, erfordern Zusatzbescheinigungen (Kroatien:
Funkzeugnis).
- Ist grenzüberschreitender Verkehr (Länderwechsel)
während des Törns erlaubt und was ist zu berücksichtigen? Nicht immer kann man
mit einer Charteryacht die „Grenzen überschreiten“ - z.B. Griechenland / Türkei.
- Wenn es erlaubt ist, sind alle Papiere und
Gastlandflaggen an Bord?
- Bei Anreise per Flugzeug: wie komme ich vom
Flughafen zum Hafen?
- Bei Anreise am Vorabend: wo übernachte
ich?
Bei Ankunft / Vor
Ort zu klären:
- Wann kann ich mit der
Schiffsübernahme beginnen?
- Gibt es in der Marina eine Tankstelle,
oder muss ich bei der Rückkehr vorher in einem anderen
Hafen tanken?
- Wetterbericht und
Törnempfehlungen?
- Alle Zusatzleistungen bestellt: Versicherung,
Außenborder, Endreinigung (wollen Sie wirklich nach einem tollen Törn das Fett
vom Herd kratzen?)?
- Bis wann muss das Schiff spätestens Retour
sein?
- Mobilnummern von Ansprechpartnern falls eine Panne
unterwegs eintritt?
Bei
der Übernahme:
- Sind die Batterien wirklich voll? Verstehe ich wie
die Ladeeinrichtung unter Maschine und Landstrom funktioniert und wie ich die
Funktion prüfen kann?
- Brauche ich Adapter für verschiedene
Landstrom-Anschlüsse im Revier?
- Wie viel Wasser fassen die Tanks, sind die Tanks
wirklich voll?
- Ist der Dieseltank voll, oder wie viel Mindermenge
darf ich bei Rückgabe haben? Für wieviele Motorstunden sollte die vorhandene
Menge reichen?
- Verstehe ich wirklich, wie alle Navigationsgeräte
funktionieren, inkl. GPS?
- Habe ich genug Trinkwasser für mindestens 3 Tage
gekauft ? (Das Tankwasser an Bord ist nicht trinkbar.)
- Weiß ich wie die Segel gesetzt werden und vor allem:
habe ich als Skipper persönlich das Rigging und die Segel (ausgerollt)
begutachtet?
- Weiß ich ob das Echolot Tiefe unter Kiel oder unter
Wasserlinie anzeigt? (im Zweifelsfall messe ich mit dem Handlot noch mal
nach, oder gehe davon aus dass ab Wasserlinie gemessen wird.)
- Weiss ich welchen Tiefgang mein Schiff hat?
- Habe ich genug Kochgas an Bord?
- Weiß ich wo Hauptschalter für Bordstrom, Landstrom,
Diesel und Gas sind?
- Hat die Maschine genug Öl und
Kühlwasser?
- Fühlt sich die Steueranlage in Ordnung an, ist nur
sehr wenig Spiel im System und keine Geräusche bei Lenkbewegungen zu
hören?
- Habe ich die Inventurliste vollständig überprüft und
bei Fehlern / fehlenden Artikeln die Abweichungen schriftlich vor Törnbeginn mit
dem lokalen Betreuer festgehalten?
- Ist der Kühlschrank an? Kältemanagement ist das „A
und O“ der feinen Bordküche, es kann nie kalt genug sein, da man nie weiß, wann
man wieder 220Volt für den Kühlschrank
hat. Der geht zwar auch bei 12 Volt, sollte aber nur bei laufendem Diesel
betrieben werden, da sonst schnell die
Batterie leer.ist. Und eine Yacht lässt sich nun mal nicht
anschieben.
- Geht das VHF-Radio? Weiß ich wie ich es bediene?
Gibt es einen Kanal auf dem der Wetterbericht für das Revier in einer mir
verständlichen Sprache ausgestrahlt wird?
- Schiffspapiere kontrollieren (z.B. gültige
Versicherungspolice) und, da oft in der Landessprache verfasst, ggfs. erklären
lassen.
Nach dem ersten
Ablegen:
- Steuerempfindlichkeit überprüfen
- Beim ersten Auslaufen: Aufstopp-Verhalten der Yacht
prüfen. Hierzu bei ruhigem Wasser (z.B. im Ausgangshafen) bei langsamer bis
mittlerer Fahrt geradeaus fahren, dann ohne Lenkkorrekturen aufstoppen. Wie
schnell stoppt das Schiff? Wie stark und zu welcher Seite wirkt der
Schraubeneffekt? Wie lange dauert es bevor ich wieder bei Rückwärtsfahrt
Steuerwirkung habe? Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Yachten, und
Sie sollten das Verhalten Ihres Schiffes kennen bevor Sie den ersten Anleger
fahren.
Täglich:
- Beim Auslaufen: ist der Kühlschrank
ausgeschaltet?
- Ist der Crew das Tagesziel und die beabsichtigte
Tagesroute bekannt?
- Funktioniert die Motorkühlung?
- Ist genug Trinkwasser für mindestens 24 Stunden mehr
als die beabsichtigte Tagesetappe an Bord?
- Nach Festmachen und Anschluss des Landstromes: ist
der Kühlschrank wieder eingeschaltet, und sind die Navigationslichter
aus?
Nach Rückkehr zum
Charterstützpunkt:
- Sine alle Privatartikel von Bord – inkl. Netzteile,
versteckte Dokumente und Wertsachen, Flugscheine?
- Haben Sie eine schriftliche Bestätigung der
Rück-Übergabe und des Schiffszustandes erhalten?
Empfohlene
Mitbringsel:
Charteryachten sind
zwar startklar, aber eher schlicht ausgestattet. Alles was man braucht ist an
Bord. Aber oft auch nicht mehr. Dabei können wenige mitgebrachte Artikel den
Törn erheblich verbessern. Hier meine persönliche Liste, aufgeteilt nach Notwendig und
Wünschenswert.
Notwendig:
- Eigenes Navigationsdreieck: zwar war auf jeder von
mir gecharterten Yacht ein Navigationsbesteck an Bord, aber manchmal mit Geräten
mit denen ich nicht vertraut war. Ich weiß selbst im Schlaf wie meine eigenen
Dreiecke zu bedienen sind.
- Einfache Gartenhandschuhe, aber bitte Leder, Natur
oder Weiß, nicht Rot oder Blau. Braucht man zum Heben von schweren Sachen und
vor allem um Mooring-Leinen zu bedienen. Ich hatte mal rote Gartenhandschuhe
dabei, nach erstem Gebrauch sah ich wie ein Serienmörder aus, weil die Farbe
durch das Salzwasser auf meine Hände übergesiedelt war. Kostenpunkt
im Baumarkt: ca. 3 Euro, passt in jede
Reisetasche.
- Aspirin und Heftpflaster und bei Bedarf die eigenen
Medikamente. Es gibt zwar einen Erste-Hilfe-Kasten an Bord, aber weder Sie noch
ich wissen, wann dieser zusammengestellt wurde; was er noch beinhaltet, und ob
Sie sich das an oder in den eigenen Körper tun wollen.
- Eigene Taschenlampe, am besten LED-Leuchte. Zwar ist
immer eine an Bord, aber Sie wissen nicht, wie alt die Batterien sind. Außerdem
ist im Cockpit keine Beleuchtung. Da ist es hilfreich, wenn man eine
LED-Taschenlampe z.B. an den Baum binden kann. Kostenpunkt: ca. 30 Euro, passt
in jede Reisetasche.
- Eigenes Taschenmesser, aber bitte robuste Klinge.
Einfachstes Seglermesser genügt. Falls ein Schäkelöffner dabei ist, umso besser
- aber dazu gibt’s an Bord auch Zangen.
- Falls älteres Schiff: Schraubendreher mit
LED-Anzeige von Phase und Durchlässigkeit, sowie eigene kleine Zange. Auch ein
sogenanntes „Mulitool“ ist sinnvoll.
- 5-fach Steckerleiste 220 Volt: An Bord gibt’s in der
Regel nur eine einzige Steckdose, manchmal im Bad eine zweite. Mittlerweile hat
aber eine 5-köpfige Urlaubscrew folgende Geräte dabei: 5 Handy-Ladegeräte, 5
Digicam-Ladegeräte, 2-3 Video-Ladegeräte, den iPod, etc. Und 220-Volt-Strom
haben Sie, wenn überhaupt, nur im Hafen oder im Restaurant. Und natürlich: wenn
Ihr Zielrevier einen anderen Stecker als 220V Schuko-Stecker hat, ein
entsprechenden Umstecker.
- Geschirrtuch: Sie können fast überall Schwämme und
Spülmittel kaufen, aber nur selten in Hafennähe Geschirrtücher. Auf manchen
Schiffen gehören sie zur Ausstattung, auf anderen nicht. Sie wiegen kaum etwas
und passen in jede Reisetasche. Und ohne Tuch werden Sie nicht Herr/Frau Ihrer
Pantry bei mehrköpfiger Besatzung, zumal Geschirr und Gläser oft nur in knapp
bemessener Stückzahl an Bord sind, daher mehrmals täglich gespült
wird.
Wünschenswert:
- Sitzpolster, einfachster PE-Schaum aus dem Fanladen,
Baumarkt oder Gartencenter: kaum eine Charteryacht hat Polster für das Cockpit,
und eine ebene Holzbank wird nach einer Woche ganz schön hart. Und im Frühling
abends oder nach Regenguss auch nass-kalt.
- Wetzstab: Bordmesser sind oft von schlechter
Qualität und seit der Erfindung des Dieselmotors nicht mehr geschärft worden -
da hilft zwar auch die steinerne oder aus Beton gegossene Kaimauer, aber der
Wetzstab macht’s eben doch besser.
- Beleuchtung. Grabkerzen, besser 12-Volt Lampe oder
Petroleumlampe: an Deck ist es abends und nachts zwangsläufig dunkel, eine
Lichtquelle macht’s sofort gemütlicher. Grabkerzen haben den Vorteil gegenüber
normaler Kerzen oder Teelichtern, dass sie lange brennen und von der Bauart her
gegen Wind geschützt sind. Und das Rot kann auch gemütlich sein. Eine 12-Volt
Leuchte, die nach unten strahlt, lässt sich an den Baum hängen. Dann sieht man,
was man isst, kann abends noch lesen, etc. Geht aber nur wenn das Stromkabel
mindestens 4 Meter lang ist denn so weit ist die 12-Volt Steckdose mindestens
weg.
- Fleece Decke: Charteryachten haben selten eine
Heizung. Deshalb die dringende Empfehlung insbesondere für Törns in der Vor-
oder Nachsaison, wo es auch im tagsüber sehr warmen Süden nachts noch recht kühl
werden kann: packen Sie sich eine Fleece-Decke ein, Ihr Körper wird es Ihnen
nachts danken. Die Fleece-Decken sind dünn aber sehr warm und nehmen im Gepäck
kaum Platz weg.
Stichwortkeller:
Abnahme:
Dieses ist der
langwierigste, aber auch wichtigste Teil eines Chartertörns. Bei
Schiffsübernahme übergibt Ihnen der Vercharterer eine lange Liste der
kompletten Ausstattung Ihrer
Yacht. Sie müssen diese Liste unterschreiben, mit der Konsequenz, dass bei
Rückgabe alles das, was dann fehlt oder kaputt ist, von
Ihnen ersetzt werden
muss.
Also, Zeile für
Zeile durchgehen. In der Konsequenz bedeutet das auch, dass man alle Gabeln
durchzählt.
Aufgepasst, manche
Vercharterer sind bei Ankunft ganz cool und locker, aber bei der Rückgabe wird
dann auf einmal jede Tasse durchgezählt. Mit der Abnahme bestätigen Sie übrigens
auch die Funktionstüchtigkeit aller technischen Einrichtungen.
Nehmen Sie sich
also die Zeit und probieren Sie auch alles, einschließlich Maschine, mal aus.
Wenn nicht gerade Sturm ist, setzen Sie ruhig alle Segel am Liegeplatz, holen
diese aber wieder ein.
Es ist eigentlich
ein einfaches und faires System und dauert je nach Yacht aber bis zu 2 Stunden.
Man sollte auf
jedem Fall als Skipper das Positive darin sehen - man lernt das
ansonsten fremde Schiff
erst richtig kennen. Sie wissen wo die Rettungsmittel sind, Sie wissen wie alle
Bordgeräte funktionieren, und nebenbei haben Sie sich von der Seetüchtigkeit
Ihres Schiffes überzeugen können.
Mooring-Leine:
Während wir in
nordischen Gewässern mit dem Bug zum Steg, oder manchmal längs anlegen,
widerspricht dieses der mediterranen Lebensphilosophie. Dort geht es um
Bequemlichkeit und vor allem ums Sehen und Gesehen werden. Daher legt man im
Mittelmeer mit dem Heck gegen den Steg an - auch „römisch-katholisch“ genannt.
In vielen Häfen und Marinas wird dieses erleichtert durch sogenannte
Mooring-Leinen. Diese sind im Hafenbecken mit schweren Gewichten oder Ketten
verbunden und mit einer dünnen Leine am
Steg oder der Mole. Beim Anlegen ziehen Sie einfach mit der dünnen Leine vom
Steg aus die Mooring vom Hafenboden hoch und belegen diese am Bug. Fertig. Hier
leisten die Gartenhandschuhe unschätzbare Hilfe, da die Leinen schließlich das
ganze Jahr im Hafenbecken liegen und daher schmutzig und von Algen und scharfen Muscheln bewachsen
seien können
Proviant:
Ich werde Ihnen
nicht vorschreiben wie und was Sie an Bord zu essen haben (und der menschliche
Körper kann auch eine Woche lang von „Junk-Food“ leben). Aber denken Sie an
einige wenige Besonderheiten. Sie wissen nicht ob Sie durchgängige Kühlung im
Kühlfach haben werden, also sollten Sie nichts Verderbliches kaufen, was auch
nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden gegessen werden soll oder
kann.
Der menschliche
Körper braucht Wasser - und das Wasser aus den Bordtanks sollte man nun wirklich
nicht trinken. Also, preiswertes Trinkwasser an Land kaufen. Das sind oft 1 ½
Liter PET-Flaschen im Sechser-Pack.
Und wenn man an
Bord kocht, immer gut lüften - CO2 von der Herflamme ist schwerer als
Luft und bleibt daher im Schiff, wenn nicht gelüftet wird.
Umgang mit dem
Motor:
Bei Törnbeginn
unbedingt Ölpegel prüfen. Auch sicherstellen, dass genug Kühlwasser im
Frischwasserkreislauf ist. Wenn Sie nicht wissen wo das alles ist, der netter
Mann/die nette Frau vom Charterstützpunkt zeigt Ihnen das gerne.
Man sollte die
Maschine nie starten, wenn noch Landstrom angeschlossen ist. Also erst die
Verlängerungsschnur ausstecken, dann Diesel an.
Wenn die Maschine
läuft einmal nachschauen, dass der Auspuff (seitlich nähe Heck) auch Wasser
ausspuckt. Dann wissen Sie, dass die Pumpe funktioniert. Wenn gar kein Wasser
ausgespuckt wird, gibt’s auch keine Kühlung und die Maschine wird sich
festfressen. So einfach ist das.
Und, übrigens, bei
Marschfahrt nie mehr als 2.500 Umdrehungen einstellen, sonst läuft die Maschine
heiß.
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Vorwort
Einführung und Allgemeines
Die Planung
Die Durchführung
Für den Skipper
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